Barolo im Sommer: herrlich frisch, elegant und leicht gekühlt
Viele Weinliebhaber assoziieren Barolo automatisch mit dunklen Winterabenden, einem knisternden Kaminfeuer und herzhaften Gerichten. Dieses Bild ist verständlich. Schließlich ist Barolo ein kräftiger, komplexer Rotwein, der wunderbar zu langsam gegartem Fleisch, Wild und Trüffeln passt.
Aber Barolo ist keineswegs ein Wein, der nur im Winter getrunken werden kann.
Gerade im Sommer kann ein guter Barolo überraschend erfrischend, elegant und raffiniert schmecken. Das Geheimnis liegt vor allem in der Serviertemperatur. Wenn Barolo leicht gekühlt serviert wird, kommen die frischen roten Früchte, die floralen Aromen und die lebendigen Säuren wunderbar zur Geltung.
Wer einen Barolo an einem warmen Sommertag nicht bei Zimmertemperatur, sondern bei etwa 15 bis 16 Grad serviert, entdeckt oft eine ganz andere Seite dieses berühmten Weins aus dem Piemont.
Warum Barolo auch hervorragend zum Sommer passt
Barolo wird aus der Nebbiolo-Traube hergestellt. Diese Traube ist bekannt für ihre kräftigen Tannine, aber auch für ihre auffallend frischen Säuren und raffinierten Aromen.
In einem guten Barolo können Sie Düfte und Geschmäcker erkennen von:
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roten Kirschen;
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Himbeeren;
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Walderdbeeren;
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Rosen und Veilchen;
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Orangenschalen;
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getrockneten Kräutern;
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Gewürzen;
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Tabak und Leder.
Besonders die frischen roten Früchte und die lebendigen Säuren machen Barolo viel geeigneter für sommerliche Momente, als oft angenommen wird. Der Wein kann kräftig sein, wirkt aber durch seine natürliche Frische meist weniger schwer als ein vollmundiger Rotwein mit viel Alkohol, süßen reifen Früchten und weichen Säuren.
Ein eleganter Barolo kann daher auch an einem warmen Abend überraschend leichtfüßig wirken.
Barolo gekühlt trinken
Die richtige Temperatur ist im Sommer besonders wichtig.
Ein Barolo, der bei 22 oder 24 Grad serviert wird, kann schwer und alkoholisch wirken. Die Frucht wird weicher und reifer, während der Alkohol stärker hervortritt. Die Finesse und Frische des Weins geraten dadurch in den Hintergrund.
Servieren Sie Barolo im Sommer daher vorzugsweise bei etwa 15 bis 16 Grad. Im Glas wärmt sich der Wein von selbst etwas auf. Sie können dann im Laufe des Abends verfolgen, wie sich die Aromen weiter entfalten.
Stellen Sie die Flasche etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde vor dem Öffnen in den Kühlschrank. Bei sehr warmem Wetter kann dies etwas länger sein. Der Wein muss nicht eiskalt werden; Ziel ist es, ihn leicht zu kühlen.
Eine gute Faustregel ist:
lieber etwas zu kühl anfangen als zu warm.
Ein zu kühler Barolo wärmt sich im Glas von selbst auf. Eine zu warme Flasche ist viel schwieriger wieder abzukühlen.
Werden die Tannine durch das Kühlen nicht härter?
Bei sehr niedriger Temperatur können Tannine tatsächlich strenger wirken. Deshalb sollte Barolo nicht wie ein Weißwein oder Rosé serviert werden.
Eine Temperatur von etwa 15 bis 16 Grad bietet eine schöne Balance. Der Wein bleibt frisch, während die Aromen und die Struktur ausreichend Raum bekommen.
Bei einem jungen, kräftigen Barolo kann es ratsam sein, den Wein vorher zu dekantieren. Dadurch bekommt der Wein Sauerstoff und die Aromen werden besser sichtbar. Stellen Sie die Karaffe gegebenenfalls kurz in einen kühlen Raum oder in den Kühlschrank, damit der Wein nicht zu warm wird.
Bei einem älteren Barolo ist Vorsicht wichtiger. Ein gereifter Wein kann empfindlich sein und muss meist nicht lange dekantiert werden. Stellen Sie eine ältere Flasche vorher aufrecht und gießen Sie sie langsam aus, damit eventueller Bodensatz in der Flasche zurückbleibt.
Welcher Barolo schmeckt im Sommer am besten?
Nicht jeder Barolo hat den gleichen Charakter. Einige Weine sind kräftig, muskulös und jahrelang verschlossen. Andere sind wiederum aromatisch, raffiniert und relativ früh zugänglich.
Für einen sommerlichen Barolo können Sie vor allem nach einem Wein mit folgenden Eigenschaften suchen:
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klaren roten Früchten;
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lebendigen Säuren;
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raffinierten Tanninen;
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einer eleganten Struktur;
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einem nicht zu starken Holzausbau;
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einiger Flaschenreife.
Ein Barolo, der bereits schön trinkreif ist, passt oft besser zu einem Sommerabend als ein sehr junger und verschlossener Wein. Durch einige Jahre Flaschenreife werden die Tannine weicher und es entstehen raffiniertere Aromen von getrockneten Rosen, Kräutern, Tabak und Waldboden.
Auch die Herkunft innerhalb des Barolo-Gebiets kann Einfluss haben. Barolos aus La Morra und bestimmten Teilen von Barolo werden oft als parfümiert, elegant und relativ zugänglich empfunden. Weine aus Serralunga d’Alba und Monforte d’Alba können kräftiger und strenger sein und benötigen oft mehr Zeit.
Das bedeutet übrigens nicht, dass ein kräftiger Barolo nicht im Sommer getrunken werden kann. Mit ausreichender Reife, der richtigen Temperatur und einem passenden Gericht kann auch ein solcher Wein wunderbar zur Geltung kommen.
Barolo zu sommerlichen Gerichten
Barolo muss im Sommer nicht ausschließlich mit schweren Schmorgerichten kombiniert werden. Der Wein passt auch hervorragend zu Gerichten vom Grill und zu geschmackvollen mediterranen Mahlzeiten.
Denken Sie zum Beispiel an:
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gegrilltes Entrecôte oder Ribeye;
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Tagliata vom Rind mit Rucola und Parmesan;
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gegrilltes Kalbfleisch;
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Lammkoteletts mit Rosmarin;
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qualitativ hochwertige Burger;
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gegrillte Aubergine oder Portobello;
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Pasta mit Pilzen;
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Risotto mit Parmesan;
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alten Hartkäse;
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Vitello Tonnato.
Bei Barolo ist es wichtig, dass ein Gericht ausreichend Geschmack und Struktur hat. Sehr leichte Salate, roher Fisch oder delikate Gemüsegerichte können von den Tanninen des Weins überdeckt werden.
Ein schönes Stück Fleisch vom Grill, gegrilltes Gemüse und gereifter Käse hingegen bilden eine ausgezeichnete Kombination. Die Proteine und Fette im Gericht mildern die Tannine, während die frischen Säuren des Weins das Ganze lebendig halten.
Barolo zum Grillen
Barolo und Grillen sind vielleicht nicht die erste Kombination, an die man denkt, aber sie können überraschend gut zusammenpassen.
Besonders gegrilltes Rindfleisch, Lammfleisch und Pilze passen hervorragend zu den erdigen und würzigen Aromen des Nebbiolo. Die gerösteten Geschmäcker vom Grill harmonieren schön mit den Noten von Tabak, Gewürzen und getrockneten Kräutern, die sich in einem gereiften Barolo entwickeln.
Verwenden Sie vorzugsweise keine extrem süßen oder sehr scharfen Barbecue-Saucen. Süße kann die Tannine härter schmecken lassen und die Raffinesse des Weins unterdrücken.
Wählen Sie lieber einfache Zubereitungen mit Olivenöl, Meersalz, Rosmarin, Thymian, Knoblauch und schwarzem Pfeffer.
Langhe Nebbiolo: eine erfrischende Alternative zu Barolo
Möchten Sie im Sommer Nebbiolo genießen, suchen aber einen Wein, der etwas leichter, fruchtiger und direkter trinkbar ist? Dann ist Langhe Nebbiolo eine ausgezeichnete Alternative.
Langhe Nebbiolo wird, wie Barolo, aus der Nebbiolo-Traube hergestellt. Der Wein muss jedoch nicht die gleichen langen Reiferegeln erfüllen und wird meist jünger auf den Markt gebracht.
Dadurch hat ein Langhe Nebbiolo oft:
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mehr direkt rote Frucht;
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weichere Tannine;
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eine leichtere Struktur;
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weniger Holzeinfluss;
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einen zugänglicheren Charakter.
Sie erkennen immer noch die typischen Aromen des Nebbiolo, wie Kirschen, Rosen, Himbeeren, Kräuter und eine leichte erdige Note. Der Wein ist nur weniger kräftig und komplex als ein Barolo.
Das macht Langhe Nebbiolo besonders geeignet für ein sommerliches Mittagessen, einen Umtrunk auf der Terrasse oder ein informelles Barbecue.
Servieren Sie Langhe Nebbiolo vorzugsweise bei etwa 14 bis 15 Grad. Die frischen Säuren und die saftige rote Frucht kommen dann optimal zur Geltung.
Barolo oder Langhe Nebbiolo im Sommer?
Die Wahl hängt hauptsächlich vom Moment und dem Gericht ab.
Wählen Sie Barolo für ein ausgiebiges Dinner, gegrilltes Fleisch, besondere Käsesorten oder einen langen Sommerabend, an dem der Wein genügend Zeit hat, sich im Glas zu entwickeln.
Wählen Sie Langhe Nebbiolo, wenn Sie einen leichteren, fruchtigeren und informelleren Wein suchen. Langhe Nebbiolo passt gut zu Antipasti, Pasta, Pizza, Charcuterie, gegrilltem Huhn und leichteren Grillgerichten.
Beide Weine zeigen, dass Nebbiolo nicht ausschließlich zu kalten Winterabenden gehört.
Kann man einen geöffneten Barolo kühl lagern?
Einen geöffneten Barolo können Sie meist noch ein bis mehrere Tage lagern, abhängig vom Alter und Stil des Weins.
Verschließen Sie die Flasche gut und stellen Sie sie in den Kühlschrank. Nehmen Sie ihn am nächsten Tag etwa eine halbe Stunde vor dem Trinken aus dem Kühlschrank.
Ein junger Barolo kann am nächsten Tag manchmal sogar besser schmecken, da der Wein mehr Zeit hatte, sich zu öffnen. Ein alter, vollständig gereifter Barolo kann hingegen schneller an Qualität verlieren und sollte besser am selben Abend getrunken werden.
Rotwein darf im Sommer gekühlt werden
Die Vorstellung, dass Rotwein immer bei Zimmertemperatur serviert werden sollte, stammt aus einer Zeit, in der die Räume viel kühler waren als heute.
In einem modernen Haus kann die Temperatur im Sommer leicht über 22 Grad steigen. Das ist für fast jeden Rotwein zu warm, und schon gar für einen raffinierten Wein wie Barolo.
Leichtes Kühlen ist daher keine seltsame Wahl, sondern eine Möglichkeit, den Wein besser zur Geltung zu bringen.
Bei der richtigen Temperatur schmecken Sie mehr:
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frische rote Frucht;
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florale Aromen;
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Spannung und Eleganz;
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raffinierte Würze;
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Balance zwischen Frucht, Säuren und Tanninen.
Barolo ist viel mehr als ein Winterwein
Barolo hat den Ruf eines kräftigen Winterweins, aber dieses Bild wird dem Wein nicht gerecht. Nebbiolo besitzt von Natur aus so viel Frische, Parfüm und Raffinesse, dass ein guter Barolo auch im Sommer köstlich sein kann.
Servieren Sie den Wein leicht gekühlt, wählen Sie einen ausreichend zugänglichen Barolo und kombinieren Sie ihn mit einem geschmackvollen Sommergericht. Dann kommen die frischen roten Früchte, die Rosen, Kräuter und lebendigen Säuren wunderbar zur Geltung.
Für einen leichteren und entspannteren Moment ist Langhe Nebbiolo eine ausgezeichnete Alternative. Sie genießen den erkennbaren Charakter des Nebbiolo, jedoch in einem geschmeidigeren, fruchtigeren und erfrischenderen Stil.
Barolo ist also definitiv nicht nur für den Winter.
An einem langen Sommerabend, leicht gekühlt und zu einem schönen Gericht serviert, kann er geradezu außergewöhnlich verführerisch sein.