Der Barolo Cerequio 2020 präsentiert sich in einem tiefen, jugendlichen Granatrot mit rubinroten Reflexen. In der Nase entfaltet sich ein komplexes und vielschichtiges Bouquet mit reifen roten und schwarzen Früchten (Kirsche, Johannisbeere, getrocknete Kirsche), floralen Noten von Rose und Veilchen, einer frischen, kühlen Würze: Minze, Eukalyptus und eine leichte Enzian-Note, feine Gewürze (pfeffrige Noten, subtile Lakritz-/leichte Holzwürze), ein Hauch von Tabak sowie mineralische, fast salzige Noten, typisch für Cerequio in diesem Jahrgang. Die Nase ist intensiv, aber nie schwer: Alles bleibt präzise ausbalanciert, wie man es von einem Top Cru erwartet. Am Gaumen ist der Barolo Cerequio 2020 elegant und kraftvoll zugleich: Struktur: Mittlerer bis voller Körper mit einer dichten und dennoch raffinierten Tanninstruktur; die Tannine sind reif und feinkörnig und sorgen für einen langen, aber nicht rauen Abgang. Gaumen: Reife rote Früchte, Anklänge von getrockneten Kirschen und Pflaumen, Minze/Eukalyptus und feine Gewürze sind deutlich präsent. Frische: Eine schöne Säure sorgt für Spannung und Länge, wodurch der Wein jetzt schon leicht zu trinken ist, aber auch ein langes Reifepotenzial besitzt. Abgang: Lang und vielschichtig, mit einem Zusammenspiel von roten Früchten, Gewürzen und einer mineralischen, leicht salzigen Note, typisch für Cerequio. Dieser Barolo beeindruckt sofort und wird sich in den nächsten 10–15 Jahren weiterentwickeln.
Lage(n): Cerequio – Top-Cru zwischen La Morra und Barolo. Cru: Cerequio, einer der begehrtesten Crus der gesamten Barolo-Region. Lage: Zwischen den Gemeinden La Morra und Barolo, in natürlicher Amphitheaterform mit überwiegend nach Süden bis Südwesten ausgerichteten Hängen. Höhe: ca. 320 Meter über dem Meeresspiegel. Mikroklima: Geschützt vor kalten Nordwinden, viel Sonnenschein und hervorragende Belüftung; dies ermöglicht es den Nebbiolo-Trauben, perfekt zu reifen, ohne ihre Frische zu verlieren. Rebfläche für diesen Wein: ca. 3 Hektar, exklusiv für Barolo Cerequio von Michele Chiarlo. Cerequio ist bekannt für Barolos mit einer unverwechselbaren Handschrift: reife Früchte, Noten von Minze und Eukalyptus, feine Tannine und eine besonders elegante Struktur. Die Nebbiolo-Reben für Barolo Cerequio wurden zwischen 1972 und 1990 gepflanzt, es handelt sich also größtenteils um alte Weinberge mit geringen Erträgen, aber hoher Konzentration. Die Reben werden im Guyot-System erzogen. Die Pflanzdichte beträgt etwa 4.500 Rebstöcke pro Hektar. Ertragsbegrenzung: Die Trauben werden am Ende des Sommers ausschließlich grün geerntet, sodass durchschnittlich nur 5–6 Trauben pro Rebstock verbleiben. Diese Kombination aus älteren Reben, relativ hoher Pflanzdichte und geringem Ertrag pro Rebstock trägt zur Konzentration und Komplexität des Weins bei.
Das Terroir von Cerequio ruht auf kalkhaltigen Mergeln marinen, sedimentären Ursprungs aus dem Tortonium (ca. 9 Millionen Jahre alt). Charakteristisch für diesen Boden sind seine kalkhaltige und tonige Beschaffenheit, der basische pH-Wert, der geringe Gehalt an organischer Substanz und der hohe Gehalt an Spurenelementen, insbesondere Magnesium und Mangan. Diese Kombination bringt Barolos hervor, die sowohl Struktur (Tannin, Körper) als auch Finesse und Tiefe im Aroma besitzen, mit der typischen Cerequio-Signatur von Minze, Eukalyptus und einer mineralischen Note.
Der Jahrgang 2020 gilt allgemein als ein sehr gelungener, klassischer und dennoch zugänglicher Barolo-Jahrgang mit exzellenter Reife, schöner Säure und großer Präzision. Auf Michele Chiarlos Weingut in Cerequio werden die Trauben der reinsortigen Nebbiolo-Traube Anfang Oktober, zur klassischen Barolo-Zeit, vollständig von Hand gelesen, wenn die phenolische Reife ihren Höhepunkt erreicht hat. Im Weinberg findet eine strenge Selektion statt; nach der Grünlese werden nur perfekt reife, gesunde Trauben geerntet. Das Ergebnis ist ein Wein des Jahrgangs 2020, der Konzentration und Frische vereint und sich durch einen sehr harmonischen Stil auszeichnet.
Weinbereitung (Vinifizierung): Michele Chiarlo arbeitet in Cerequio mit einer Methode, die Tradition und Präzision vereint: Gärung: in großen 55-Hektoliter-Eichenfässern. Maischestandzeit: ca. 20 Tage Maischegärung mit einem schonenden Beregnungssystem (Doccia), das den gärenden Saft über den Tresterhut zirkulieren lässt. Temperaturkontrolle: Die Gärung findet bei 27–30 °C statt, um Farbe, Tannine und Aromen optimal und ohne Bitterkeit aus den Schalen zu extrahieren. Malolaktische Gärung: findet im Fass statt und trägt zu Textur und Rundheit bei. Dieser Prozess ist speziell auf den Nebbiolo aus Cerequio abgestimmt: maximaler Ausdruck des Terroirs bei gleichzeitiger Bewahrung der Eleganz. Nach der Gärung folgt eine lange Reifezeit: Mindestens 3 Jahre Reifezeit, gemäß Barolo DOCG (und hier oft etwas länger, bevor der Wein in den Handel kommt). Ausbau im Eichenfass: 24 Monate in mittelgroßen Eichenfässern (traditionelle große Botti/mittelgroße Fässer, kein schweres neues Barrique-Profil). Flaschenreifung: Weitere Verfeinerung in der Flasche vor der Freigabe. Der Ausbau im Eichenfass dient der Strukturierung, nicht der Überdeckung des Terroirs. Das Eichenholz bleibt dezent im Hintergrund und unterstreicht die Frucht- und Gewürznoten.
Speisen- und Weinempfehlungen: Barolo Cerequio 2020 verlangt nach Gerichten mit Geschmack und Textur. Empfohlene Kombinationen:
- Klassiker aus dem Piemont: Tajarin (frische Eiernudeln) mit Trüffel, Brasato al Barolo (geschmortes Rind- oder Kalbfleisch in Barolo);
Fleischgerichte: gebratenes oder frittiertes rotes Fleisch (Ribeye, Rinderfilet, Lende), Lammkoteletts oder Lammrücken (selten gegart), Wildgerichte: Haseneintopf, Hirschfleisch, Wildschweineintopf
- Pilze & Trüffel: Risotto mit Steinpilzen oder anderen Wildpilzen, Gerichte mit schwarzem oder weißem Trüffel
- Käse: gereifte Hartkäsesorten wie Parmigiano Reggiano, Castelmagno, alter Bauernkäse, Blauschimmelkäse mit ausreichendem Geschmack.
Idealerweise servieren Sie den Wein bei etwa 18 °C in einem großen Burgunder- oder Nebbiolo-Glas, damit sich die Aromen voll entfalten können. Dekantieren Sie den Wein oder öffnen Sie die Flasche mindestens 4 Stunden vor dem Servieren.